Ich habe lange überlegt, ob ich zu dem Thema "Bestattung" jetzt etwas bloggen sollte. Schliesslich ist das kein Thema, mit dem man sich gerne auseinander setzt. Schon gar nicht, wenn man gemütlich vorm Rechner sitzt und das Netz, oder die Blogsphere, absurft. Bestattungen haben die Eltern zu interessieren. Aktiv, wenn die Großeltern gestorben sind, oder passiv, wenn sie selber verstorben sind. Am besten, sie haben sich selber drum gekümmert.

Ich will damit nichts zu tun haben.

Durch die Diagnose "Trisomie 13" in der 20. Schwangerschaftswoche, die in seinem Fall bedeuetete, dass unser Sohn sehr früh sterben wird, waren wir mit der Notwendigkeit konfrontiert, uns mit dem Thema Tod und Bestattung auseinander zu setzen. Glücklicherweise hatten wir viel Zeit, um die beste Bestatterin (für Hannover. Bundesweit schaust Du hier) und die beste Bestattung für unseren Sohn zu finden. Ein Luxus, den die meissten Hinterbliebenen nicht haben. Wäre "das alles" für uns überraschend gekommen, ich wüsste nicht, was ich entschieden hätte. Vielleicht eine Seebestattung, so wie es mein erster Gedanke war., schliesslich begann sein Leben auf (oder über) dem Meer? Oder ein anomynes Grab auf dem Stöckener Friedhof?

Natürlich ist die Zeit nach der Diagnose zuerst voll von Traurigkeit. Aber schnell entsteht der Wunsch, auch für "die letzte Ruhestätte" etwas wirklich passendes zu finden. Dieses "passende" stellt sich schnell als "passend für die Hinterbliebenen", hier also Mutter und Vater (es fühlt sich immer noch komisch an, sich als Vater zu bezeichnen, mit fehlt dazu das Kind im Arm), heraus. Die Bestattung ist also gar nicht für ihn da, sondern für uns und die Trauerfeier soll es uns erleichtern, von ihm Abschied zu nehmen. Diese Sichtweise warf für mich ein völlig anderes Licht auf "Bestattung" und "Trauerfeier".

Nach einem frühen Gespräch mit der Bestatterin war schnell klar, dass wir für unseren Sohn eine naturnahe Bestattung wünschen. Da Frau W. eng mit der Friedwald GmbH zusammen arbeitet, die eine Beisetzung der Urne in speziell dafür vorgesehene Waldstücken ermöglicht, fiel unsere Wahl schnell auf die Beisetzung im Friedwald bei Uetze (zwischen Celle und Burgdorf bei Hannover). Die Vorteile einer Friedwald-Bestattung sind vielfältig:

  • der Verstorbene wird naturnah bestattet
  • es herrschen keine Zwänge, wie sie auf Friedhöfen sind
  • die Natur kümmert sich um die Grabpflege
  • es ist günstiger als auf einem herkömmlichen Friedhof
  • es gibt bei der Gestaltung der Beisetzung keine (kaum) Regeln, die Trauerfeier kann auf die Hinterbliebenen abgestimmt werden.

Also haben wir die Urne des Kleinen vor 2 Wochen in Uetze bestattet. Mit Tears in Heaven von Clapton und dem Liebesbrief
von Thomas D. und einer sehr schönen Trauerrede von Arndt.

Nach der Bestattung haben sich 5 der 18 anwesenden Trauergäste dafür entschieden, dass auch sie im Friedwald bestattet werden wollen. Das lag sicherlich nicht an der Musik oder an der Trauerrede, sondern daran, dass der Friedwald eine ganz "nette" und "entspannte" (vor allem für die Hinterbliebenen) Art ist, begesetzt zu werden. Für mich steht das auch fest, dass ich "dort", also in der Nähe meines Sohnes bestattet werden möchte, Antje sieht das ähnlich. Wir wären wahrscheinlich nie auf den Friedwald gekommen, wenn wir nicht die Zeit gehabt hätten, uns vor dem Tod unseres Sohnes mit dem Thema Tod und Bestattung auseinander zu setzen.

Wenn Du also für Dich oder Deine Angehörigen einen "würdigen", "schönen" und vor allem individuellen Abschied mit wirklich einfühlsamer, toller und pietätvoller Beratung suchst, solltest Du mit den Bestattern vom Bestatter-Netz Kontakt aufnehmen.

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