Sollte ich mich getäuscht haben? Sollte es eine Veröffentlichung geben, die den Titel "Fields of the Nephilim" tragen darf und man sich nicht grausend spätestens nach den ersten 2 Takten des 2. Songs abwendet? In einer Zeitschrift habe ich einen Hinweis auf die neue Platte gesehen und sie umgehend bei Amazon bestellt. Grad halte ich sie in der Hand und höre sie das erste Mal. Der erste Eindruck ist überwältigend: nach all den Jahren ein Album von Carl McCoy mit Band, die den Namen "FOTN" auch wirklich tragen darf. Hatte man ja gar nicht mehr erwartet, denn wenn man mal ehrlich ist, kam nach 1991 nur noch B-Ware, die mit dem wirklich goldenen Namen "Fields of the Nephilim" Kasse machen sollte. Umso stärker kommt gleich der Opener "Shroud (Exordium)" in die Ohren: schleppend, rockig, wie frisch dem Grab entstiegen. Genau so, als ob es nie den Split der Band gegeben hätte. Es geht dann nahtlos in Straight to the light über, dass ein wenig die modernen Fields widerzuspiegeln scheint: etwas schneller, etwas moderner, aber trotzdem gruftig-rockig, ohne in die Wave-Synthi-Ecke abzufallen. New Gold Dawn kommt etwas schneller daher, erinnert ein bisschen an For her light von der Elysium, Requiem (Le Veilleur Silencieux) inszeniert die Weiterentwicklung der Band: dezente Geigen und Glocken untermalen die Gitarren. Xiberia erinnert zuerst ein wenig an Sumerland, bekommt dann aber treibende Beats und mutiert zu einem wahren Uptempo-Rocker. Im Midtempo (zumindest für Fields) geht es mit She weiter, Das lange… Outro leitet in den Titelsong über, der mit 10:34 den längsten Song des Albums bildet. Ein Gruft-Rock-Epos, der zeigt, dass die Weiterentwicklung einer Band durchaus auch back to the roots heissen kann.

Den Abschluß bildet ein Cover: In the Year 2525, auf erdige 9 1/2 Minuten gebracht. Hätte nie gedacht, dass FOTN einen Klassiker Covern sollten und das das Ergebnis dann auch noch so beeindruckend ist.

Das Album ist 64:25 Minuten lang. Keine Sekunde zuviel. Meine Empfehung: Kaufen! Ich werde das Teil noch ein paar mal hören. Heute. Jetzt. Für immer.

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2 kommentare zu “Plattenkritik: Fields of the Nephilim -- Mourning Sun”

  1. Gandalf sagt:

    Hört, hört!

    Damit hätte ich ja wahrlich nicht gerechnet. Aber bevor ich die unbehört kaufe, werde ich mir die bei Dir mal anlauschen müssen.

    Wenn die so gut ist, wie die alten Scheiben, dann wäre das ja mal wieder ein musikalischer Lichtblick.

    Gruß,
    der Gandalf

  2. stecornized sagt:

    Es ist wirklich wahr: die Götter des Gothic Rocks sind wiedererwacht.

    Darauf habe ich wirklich seit 9 Jahren gewartet.

    Und es ist wirklich unglaublich, daß, "Mourning Sun" alle meine Erwartungen , die wieder sehr sehr hoch waren, bei Weitem übertroffen hat. ;)

    Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, obwohl ich davon geträumt habem daß ich dermaßen intensive Soundscapes (der deutsche Begriff paßt hier einfach nicht) 15 Jahre nach dem göttlichen Elizium jemals wieder hören würde.

    15 Jahre sind eine verdammt lange Zeit, und es einfach absolut unglaublich, dass meine Erwartungen mit Gothic Rock für die Zukunft absolut übertroffen wurden.

    Meiner Meinung nach ist "Mourning Sun" das Album der letzten 10 Jahre.

    Auch wenn ich Mourning Sun erst seit ca. 13 Wochen ununterbrochen höre, so habe ich doch das Gefühl, als würde ich das Album schon seit unendlichen Jahren kennen. Mourning Sun ist für mich schon jetzt ein absoluter Klassiker. Es wird, denke ich auch bei vielen anderen alten Fields- Fans gehörig Staub aufwirbeln ;)

    http://stecorn.de/musique/goth.....ourningsun

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